»Wir sind die Partei der Unterdrückten und stehen für ihre Rechte ein«

Karayılan: Wir sind immer bereit für eine politische Lösung

Interview mit Murat Karayılan, Mitglied im Exekutivkomitee der PKK und oberster Kommandant der HPG

Murat Karayılan, Mitglied im Exekutivkomitee der PKK und oberster Kommandant der HPGMurat Karayılan, 56, ist eine leitende Führungspersönlichkeit der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans). Als Veteran im langen Kampf der Organisation gegen die Türkei und für mehr Autonomie und Rechte der kurdischen Bevölkerung befindet er sich im Fadenkreuz Ankaras. Zuletzt 2017 überlebte er einen türkischen Mordanschlag.

Der Krieg zwischen Ankara und der PKK findet heute in den entlegenen Bergregionen zwischen dem Süden der Türkei und Nordirak statt. Von internationalen Medien kaum beachtet, gibt es täglich Gefechte zwischen der Guerilla der PKK und türkischen Spezialeinheiten, die versuchen, die Guerilla aus den Bergen zu vertreiben. Anzeichen einer baldigen Lösung des Konflikts gibt es nicht.

Vor allem die türkischen bewaffneten Drohnen haben in den letzten Monaten einen hohen Tribut von den Kämpfer*innen der PKK gefordert. Einige von Karayilans engen Genoss*innen wurden getötet. Er ist heute oberster Kommandant der HPG1 und Mitglied im Exekutivkomitee der PKK.

Im Gespräch mit der »Jerusalem Post« erklärt er, dass er ein friedliches Vorgehen zur Erlangung kurdischer Rechte vorzieht. Am 27. November 2020 veröffentlichte die Zeitung ein Interview, das Hadeel Oueis und Jonathan Spyer mit ihm führten.

Beziehungen zwischen USA und PKK

Ihre Partei steht auf der US-Terrorliste, und die Vereinigten Staaten haben eine Belohnung für Informationen über Ihren Aufenthaltsort ausgesetzt. Was ist der Grund für die Feindschaft zwischen Ihnen und den Amerikanern? Suchen Sie nach Wegen zur Lösung der Probleme?

Das kurdische gehört zu den ältesten Völkern in der Region. Trotz Jahrzehnten der Verleugnung und Verfolgung waren wir in der Lage, unsere Existenz bis zum heutigen Tag zu verteidigen. Wir sind die Partei der Unterdrückten und stehen für ihre Rechte ein. Wir hegen keine Feindschaft gegenüber irgendeiner Partei, auch nicht gegenüber den USA, und wir haben die USA nie ins Visier genommen. Nach dem Ersten Weltkrieg, bei der Konferenz von Lausanne erkannte der damalige US-Präsident Woodrow Wilson die Rechte der Kurd*innen an, aber die anderen Mächte arbeiteten gegen Wilsons Empfehlungen. Am Ende war der Vertrag von Lausanne eine Katastrophe für die kurdische Nation.

Die Türkei praktiziert eine Politik der Verleugnung in Bezug auf die Kurd*innen. Sie arbeitet daran, die Kurd*innen auszurotten, physisch oder durch kulturelle Assimilierung. Amerika leugnet zwar die Menschenrechte der Kurd*innen nicht, verfolgt aber auch keine eindeutige Politik, die Kurd*innen als Nation anzuerkennen. Die PKK entstand in Kurdistan als eine intellektuelle Bewegung, in der Studierende und Jugendliche der Autorität der Stammesoberhäupter entgegen traten, weil wir uns für demokratische Werte statt für Stammeshierarchien stark machten. Darum arbeiten viele Stammesführer gegen uns und ermutigen die westliche Welt, uns als Terroristen zu behandeln.

Bis jetzt hat Amerika sich nicht selbst mit uns auseinandergesetzt. Die USA erfahren über uns durch Dritte, die gegen uns sind, wie der türkische Staat. Ich denke, dass Amerika irreführende und Falschinformationen über uns bekommt. Die einzige Lösung für Amerika ist, sich mit uns auseinanderzusetzen, eine eindeutige Politik gegenüber den Kurd*innen an den Tag zu legen und zu einer Lösung der kurdischen Frage beizutragen. Mich und meine Kolleg*innen auf die Terrorliste zu setzen, war nur ein kalkuliertes Manöver US-amerikanischer Politiker*innen, um den türkischen Staat zu beschwichtigen.

Als Sie die PKK gegründet haben, hatten sie andere Ziele als jetzt. Sie streben nicht mehr ein vereintes marxistisch-leninistisches Kurdistan an. Die Sowjetunion existiert nicht mehr. Die syrischen Kurd*innen, die mit Ihnen dieselbe Ideologie teilen, sind die einzigen Verbündeten der USA in Syrien. Sehen Sie die USA immer noch als einen imperialistischen Staat, der gegen Ihre Ziele arbeitet?

Als wir die PKK gründeten, war der Marxismus-Leninismus weit verbreitet, und wir waren von seinen Ideen beeinflusst. Trotzdem kritisierten wir die Sowjetideologie. Darum waren wir auch nicht gelähmt, als die Sowjetunion zusammenbrach, denn wir hielten immer eine Distanz zu ihr.

Unser Vorsitzender Abdullah Öcalan verließ Syrien am 9. Oktober 1998 und wurde letzten Endes am 15. Februar 1999 in einer koordinierten Operation mehrerer Staaten gekidnappt. Öcalan hatte versucht, die kurdische Frage mit diplomatischen Mitteln zu lösen, doch mit seiner Verhaftung war eine Lösung gescheitert. Seine Verhaftung war eine weitere Kriegserklärung gegen unser Volk. Wenn Öcalan nicht festgenommen worden wäre, hätte die kurdische Frage gelöst werden können.

Trotz alle dem bestehen wir auf eine Lösung der kurdischen Frage mit friedlichen Methoden. Wir waren nie feindselig gegenüber den USA. Öcalan hat in der Haft viele der Ideen unserer Partei überarbeitet und legte dabei besonderen Wert auf Demokratie, Ökologie und Frauenrechte.

Wir sind immer bereit für eine politische Lösung. Wir ermutigen die Kurd*innen in Rojava2 und Rojhilat3, Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu pflegen. Öcalan sagte einmal: »Die Sowjetunion brach zusammen, weil sie keine Demokratie hatte, Amerika hatte Bestand wegen der Demokratie.« Wir sind nicht dagegen, Beziehungen mit den Vereinigten Staaten zu haben. Im Gegenteil – wir unterstützen gute Beziehungen zwischen Kurd*innen in jedem Teil Kurdistans und den USA.

Trotz unseres Einsatzes für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte unterstützen die USA und der Westen leider nach wie vor den türkischen Staat und sein militärisches Vorgehen gegen uns. Wir hoffen, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik ändern und ihre Einstellung dem kurdischen Volk gegenüber zum Positiven wenden werden. Wir rufen die USA auf, uns von der Terrorliste zu streichen. Die PKK hat eine bedeutende Rolle bei der Verteidigung der Region gegen den »Islamischen Staat« (IS) gespielt, und wir hoffen, dass die USA ihre Sichtweise auf unsere Bewegung ändern werden. Von einer solchen diplomatischen Annäherung würden die USA und ihre Verbündeten in der Region profitieren.

Die USA könnten eine vermittelnde Rolle zwischen Ihnen und dem türkischen Staat spielen, könnten Sie dafür jedoch auffordern, die Waffen abzugeben. Was würde Sie dazu bringen, die Waffen abzugeben?

Ja, Amerika könnte das tun, wenn es sein Gewicht dafür einsetzen würde. Vor der Gründung der türkischen Republik wurde dem kurdischen Föderalismus 1919 von den Gründern zugestimmt. Den Kurd*innen wurde eine autonome Region versprochen, doch 1923 wurde Kurdistan auf vier Staaten aufgeteilt. Die USA und Europa können helfen, ein Friedensabkommen zu vermitteln, so wie sie auch geholfen haben, die Probleme in Nordirland zu lösen.

Der 66. Artikel der türkischen Verfassung besagt, dass jeder, der innerhalb der türkischen Grenzen lebt, Türke sei, und die Türkei begeht mittels dieses Artikels Verbrechen gegen unser Volk. Über 20 Millionen Kurd*innen leben in der Türkei, und die Verfassung der Türkei braucht eine entsprechende Anpassung. Ohne die Anerkennung der Kurd*innen in der Türkei und die Freilassung aller politischen Gefangenen, inklusive Abdullah Öcalan, können wir die Waffen nicht abgeben.

Aber hat Öcalan 2013 nicht dazu aufgerufen, die Waffen beiseite zu legen und sich dem Dialog statt dem bewaffneten Widerstand zuzuwenden?

Ja, das stimmt. Zu der Zeit ist der türkische Staat seinem Aufruf zunächst gefolgt, doch ist er dann wieder zu seiner alten Politik der Gewalt gegen uns zurückgekehrt. Wir waren gezwungen, uns selbst zu verteidigen.

Erdoğan, Iran, Haltung zu Israel

Der türkische Präsident Recep Erdoğan verfolgt die sogenannte neoosmanische Linie gegenüber den früheren Ländern des Osmanischen Reichs. Er hat auch den Arabischen Frühling genutzt. Die AKP3 ist eine atatürkische Partei, die den Neoosmanismus ablehnt. Wie können wir diese Heuchelei verstehen?
Und haben Sie sich jetzt – trotz Ihres Widerspruchs zu den Idealen Atatürks5 – denjenigen Parteien angenähert, die der Vision Atatürks näher stehen, wie der CHP6?

Die AKP folgt der Doktrin des »Komitee für Einheit und Fortschritt«7 (KEF) und nicht der Doktrin Atatürks. Das KEF arbeitete von 1908 bis zum Zusammenbruch des Osmanischen Reiches. Es wollte den Osmanismus bewahren. Darum kämpften sie für diese Ideologie und begingen Genozide an den Armenier*innen, Griech*innen, Aramäer*innen, Assyrer*innen und anderen Christen.

Erdoğan ist jetzt in einer Koalition mit der ultra-nationalistischen MHP8, die antiamerikanisch, antiwestlich und antisäkular ist. Sie arbeiten beide auf eine Islamisierung der Türkei hin, indem sie den neoosmanischen Ansatz übernehmen, der eine echte Bedrohung für das kurdische, das griechische, das aramäische und das assyrische Volk ist. Sehen Sie sich an, wie sie sich im Libanon, in Syrien, Griechenland, Armenien und Südkurdistan einmischen. Sehen Sie sich an, wie sie dazu Teile der al-Qaida und anderer islamistischer Organisationen einsetzen.

Sehen Sie sich an, wie Erdoğan reagierte, als wir die Êzîd*innen in Şengal verteidigt und Krieg gegen den IS in allen Teilen Kurdistans geführt haben. Die CHP ist sich in der kurdischen Frage mit der AKP einig. Trotzdem stimmen wir ihnen in manchen anderen Themen zu, weil sie gegen die Allianz zwischen AKP und MHP opponieren. Trotzdem: sie sind nicht anders als diese, wenn es um die kurdische Frage geht.

Ich möchte Sie zum Iran befragen: Warum fokussieren Sie sich nur auf die Türkei während die Kurd*innen im Iran verfolgt werden? Haben Sie bessere Beziehungen mit Teheran? Und sind Sie gegen den iranischen Expansionismus im Mittleren Osten?

Die Türkei ist nicht das einzige Land, das als feindliche Besatzungsmacht in Kurdistan agiert. Syrien und der Iran haben dasselbe Programm und dieselbe Sichtweise gegenüber den Kurd*innen. Die Türkei, der Iran und Syrien haben immer gegen uns gearbeitet. Es ist nicht so, wie die türkische Propaganda behauptet. Wir sind sehr aktiv gegen den Iran, und er greift uns bei vielen Gelegenheiten an. Es gibt die PJAK8 und viele andere kurdische Gruppen, die gegen die Unterdrückung im Iran aktiv sind. Wir ziehen immer den friedlichen Kampf vor, ob gegen die Türkei oder den Iran, aber diese Länder greifen uns mit tödlicher Gewalt an.

Wie sehen Sie die Friedensabkommen im Mittleren Osten? Die Türkei hat formelle Beziehungen mit Israel, stellte sich aber kürzlich gegen das Abraham-Abkommen10. Als eine kurdische Partei – wie ist Ihr Blick auf Israel?

Israel hat das Recht auf seine Existenz und die Jüd*innen das Recht auf ihren eigenen unabhängigen Staat, und genauso haben das die Palästinenser*innen. Wir unterstützen die UN-Resolutionen, die den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser*innen mit einer Zwei-Staaten-Lösung lösen sollen. Aus diesem Grund stimmen wir mit diesem Friedensabkommen überein. Es ist eine positive Sache, ein Friedensabkommen zwischen Israel und den arabischen Ländern zu haben.

Wir glauben an die Lösung der Probleme des Mittleren Ostens durch Konföderalismus. Der Mittlere Osten hat eine sehr vielfältige Bevölkerung, und wir haben eine großartige Geschichte des Zusammenlebens in Frieden und Harmonie miteinander.

Aussichten auf einen Waffenstillstand

Die HDP, die Ihnen politisch nahe steht, hat 56 Abgeordnete im türkischen Parlament. Als die PKK gegründet wurde, lebte das kurdische Volk unter harten Bedingungen, die viel schlimmer waren als heute. Warum bestehen Sie auf den bewaffneten Kampf gegen eine riesige Militärmacht wie die Türkei – können Sie ihre Ziele nicht durch einen gewaltlosen Kampf erreichen?

Als wir 1984 mit dem bewaffneten Widerstand begannen, waren wir dazu gezwungen. Wir haben uns das nicht ausgesucht. Die Türkei war eine Militärdiktatur und unterdrückte unser Volk. Wir waren nicht zugelassen in der politischen Arena, unserem Volk war es nicht erlaubt kurdisch zu sprechen, nicht einmal zu Hause. Unter diesen Umständen hatten wir nur eine Option: Selbstverteidigung.

Wir kämpften bis 1993. Dann trafen sich unser Vorsitzender Öcalan und der Vorsitzende der YNK11, Celal Talabanî im Libanon und erklärten einen Waffenstillstand. Der bewaffnete Widerstand hatte die kurdische Frage auf den Tisch gebracht, und wir erklärten die Zeit des bewaffneten Kampfes für beendet. Unsere Vision war immer ein gewaltfreier Widerstand. Turgut Özal12 hatte versucht, die kurdische Frage durch Dialog zu lösen, aber der »tiefe Staat« in der Türkei stoppte ihn.

Viele seiner Mitarbeiter, wie Adnan Kahveci und Esref Bitlis, wurden ermordet. Özals Ideen wurden vom Tisch gewischt, und der türkische Staat begann einen neuen, umfassenden Krieg gegen uns. Von der Zeit an haben wir bis heute neun Waffenstillstände erklärt. All diese Initiativen von uns scheiterten an der Haltung des türkischen Staates. Keine der Verhandlungen mit dem türkischen Staat führte zu einem Übereinkommen.

Wir stoppten unsere bewaffneten Operationen für fünf Jahre. 2005 trafen wir uns mit einer Delegation früherer UN-Vertreter*innen, die unmittelbar mit mir arbeiteten. Durch die UN vermittelt trafen wir uns drei Jahre lang indirekt mit der Türkei in Oslo. Während wir uns trafen und über Frieden verhandelten, vereinbarten die Türkei, Iran und Syrien eine Zusammenarbeit gegen uns. Diese Vereinbarung beendete den Dialog.

Im Jahr 2012 schickte unser Vorsitzender Öcalan einen Brief an die türkischen Politiker*innen und forderte sie auf, die Waffen niederzulegen und den Dialog voranzutreiben; und die Türkei stimmte dem zu. Wir haben im Dolmabahce-Palast ein offizielles Abkommen getroffen und den Entwaffnungsprozess eingeleitet. Achtzehn Tage nach Vereinbarung des Abkommens, am 18. März 2015, sagte Erdoğan: »Es gibt keine Vereinbarung, ich habe keine Kenntnis von einer Vereinbarung.« An diese Aussage anschließend begannen sie im Juli desselben Jahres eine erneute Militärkampagne gegen uns, die seither andauert. Wir bestehen nicht auf den bewaffneten Konflikt, aber der türkische Staat will den Krieg. Wir wollen ein Abkommen unterzeichnen, um uns selbst zu entwaffnen. Doch das ist schwierig, wenn der türkische Staat seine Vernichtungspolitik uns gegenüber fortsetzt. Wir wollen den Krieg nicht weiterführen. Wir ziehen den Dialog zur Lösung der Probleme vor.

Die nächste Phase in Syrien

Die Kurd*innen in Syrien haben plötzlich viel mehr Möglichkeiten. Sie haben diplomatische Vertretungen in vielen Ländern; Kurdisch wurde eine offizielle Sprache in Rojava; den syrisch-kurdischen Politiker*innen Mazlum Abdi und Ilham Ahmed wird mit Respekt begegnet, und sie treffen viele wichtige Politiker*innen der Welt. Denken Sie, die Kurd*innen in Syrien sind immer noch bedroht?

Die Kurd*innen Syriens kämpften gegen al-Qaida und den IS und spielten eine Schlüsselrolle dabei, diese Organisationen zu besiegen. Wenn der IS nicht in Kobanê und Şengal zurückgeschlagen worden wäre, hätte er ganz Syrien und Irak erobern und von dort aus Angriffe auf die ganze Welt starten können. Die YPG und YPJ13 haben eine fundamentale Rolle in diesem Widerstand gespielt, später auch zusammen mit christlichen und arabischen Verbänden. Sie vereinten sich alle hinter den Werten einer demokratischen Föderation, die nicht auf ethnische Zugehörigkeit basiert und bewiesen, dass sie in der Lage waren, alle zusammenzuarbeiten. Mit den QSD14 wurde dann später eine multiethnische Militärkoalition geschaffen.

Also ja, die Tatsache, dass Abdi und Ahmed in Hauptstädten rund um die Welt empfangen werden, ist gut, nicht nur für die Kurd*innen, sondern für die gesamte Bevölkerung Nord- und Ostsyriens.

Den Kurd*innen in Syrien und anderswo wurde aber auch geschadet, indem die USA sie in Efrîn, Serêkaniyê und Girê Spî im Stich gelassen hat. Die ethnischen Säuberungen, die jetzt dort geschehen, suchen heute ihresgleichen. Diese Verbrechen werden von einem Land begangen, das Mitglied der NATO ist und von ihr unterstützt wird.

Die Kurd*innen Rojavas erleben eine neue Ära, aber die Bedrohung ist immer noch da – durch die Türkei, den IS und Syriens Assad-Regime, welches jegliche Aussöhnung verweigert. Es gibt 50 Millionen Kurd*innen auf der Welt, und sie werden von der UNO nicht als Nation anerkannt.

Die Kurd*innen haben sich selbst bewiesen, dass sie Vorreiter*innen sind für Demokratie, Freiheit, Säkularismus, Frauenbefreiung, und sie haben gegen jede Form des Terrorismus gekämpft. Wir werden weitermachen. 

Fußnoten:

1 - Volksverteidigungskräfte (Hêzên Parastina Gel - HPG)

2 - Westkurdistan (in Syrien gelegen)

3 - Ostkurdistan (in Iran gelegen)

4 - Adalet ve Kalkınma Partisi (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung, deren Vorsitzender Erdoğan ist)

5 - Gründer und ehemaliger Präsident der Republik Türkei

6 - Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei)

7 - türk. İttihad ve Terakki Cemiyeti

8 - Milliyetçi Hareket Partisi (Partei der Nationalistischen Bewegung)

9 - Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê (Partei für ein freies Leben in Kurdistan)

10 - Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen

11 - Yekîtiya Nîştimanî ya Kurdistanê (Patriotische Union Kurdistans, auf deutsch auch PUK abgekürzt)

12 - 1989–1993 Staatspräsident der Türkei. Es besteht der Verdacht, dass er vergiftet wurde.

13 - Yekîneyên Parastina Gel und Yekîneyên Parastina Jin (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten)

14 - Quwetên Suriya Dimokratîk (Demokratische Kräfte Syriens, auch SDF abgekürzt)


 Kurdistan Report 213 | Januar/Februar 2021